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Nutzpflanzen, die dem Klimawandel trotzen
Die Erde zuerst

Nutzpflanzen, die dem Klimawandel trotzen

Trockenheit, Dürre und Hitze, die durch den Klimawandel in vielen Regionen dieser Welt immer häufiger werden, ist für viele Pflanzen eine große Herausforderung. Doch es gibt einige Pflanzenarten, denen solche Extreme wenig anhaben können.

1. Hülsenfrüchte


Die trockenen, essbaren Samen von Pflanzen aus der Familie der Streufrucht, z. B. Bohnen, Erbsen, Kichererbsen und Linsen.

Ihre Vorteile sind:

Nährstoffreich: Hülsenfrüchte sind reich an Proteinen und enthalten eine Vielzahl nützlicher Vitamine und Mineralstoffe, die vor einer Reihe chronischer Krankheiten schützen sollen.1

Wasser sparend: Hülsenfrüchte haben mit 19 Liter Wasser pro Gramm Eiweiß einen geringen Wasserverbrauch, im Vergleich dazu verbraucht Rindfleisch pro Gramm Eiweiß 112 Liter Wasser. So können Bohnen, Kichererbsen und Co. auch unter schwierigen Bedingungen gedeihen.2

Verbesserung der Bodenqualität: Hülsenfrüchte benötigen nur geringe Mengen an chemischen Düngemitteln, da sie eine symbiotische Beziehung mit stickstoffbindenden Bakterien eingehen, die dem Boden wiederum Nährstoffe zuführen.

Viele Hülsenfruchtarten kommen in den Küchen dieser Welt schon zum Einsatz, doch könnten in Zukunft auch weniger bekannte Sorten zur globalen Ernährungssicherheit beitragen. Bambara-Erdnüsse beispielsweise, ein Grundnahrungsmittel in der südlichen Sahara, gedeihen auch auf saurem Boden und gelten aufgrund ihres ausgewogenen Verhältnisses von Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Mikronährstoffen und essenziellen Aminosäuren als vollwertiges Nahrungsmittel.3

2. Essbare Kakteen


Kakteen mit essbaren Früchten, Blüten oder Kladodien, z.B. Feigenkaktus, Goldkugelkaktus, Saguaro und Drachenfruchtkaktus.

Ihre Vorteile sind:

Einfache Zucht: Kakteen benötigen zum Wachsen nur sehr wenig Wasser und lassen sich leicht kultivieren: Abgefallene Kakteenblätter bilden oft schnell neue Wurzeln und beginnen von selbst als neue Pflanze zu wachsen.

Reich an Nährstoffen: Kakteenfrüchte, -blüten, -öl und -kladodien (abgeflachte Langtriebe, die aus dem Stamm herauswachsen) können sehr nahrhaft sein und enthalten eine Reihe an Vitaminen, Proteinen, Fetten und Ballaststoffen.

Vielseitig einsetzbar: Je nach Art können die Früchte, Blüten oder Kladodien von Kakteen roh gegessen oder in Eintöpfen und Suppen verarbeitet werden. Aber auch bei der Herstellung von Pickles, Säften oder Marmeladen kommen die essbaren Teile von Kakteen zum Einsatz. In Mexiko isst man Kaktus mit Eiern und Jalapeños gerne zum Frühstück.

Ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, macht Kakteen zur idealen klimafesten Pflanze, die auch in trockenen Gebieten gedeiht, in denen anderen Pflanzen keine Chance hätten zu wachsen. Nopales (auch Feigenkaktus oder Kaktusbirne genannt) sind besonders anpassungsfähig und werden bereits in Mittel- und Südamerika, Afrika und im Nahen Osten angebaut und gegessen.3

3. Millet Hirsen oder kleine Hirsen

Kleinkörnige Gräser, die als Getreide angebaut werden (Z. B. Perlhirse, Fingerhirse, Kolbenhirse und Ackerbohne)

Ihre Vorteile sind:

Unverwüstlich: Fingerhirse ist als "Hungersnot-Ernte" bekannt, da sie während Trockenperioden ruhen kann, wenig Wasser zum Wachsen benötigt und ihre Samen resistent gegen Schädlinge und Verderb sind, was ihnen eine lange Haltbarkeit verleiht.4

Hoher Nährwert: Hirse gehört zu den nährstoffreichsten Getreidearten mit einem hohen Gehalt an Eiweiß, Vitamin B1, Ballaststoffen und Kalzium.

Vielseitiges Nahrungsmittel: Die Körner der Fingerhirse ähneln in ihrer Konsistenz dem Couscous und haben einen milden Geschmack. Man kann sie als Brei kochen, zu Mehl gemahlen, für Brot und Pfannkuchen verwenden oder zum Brauen von Bier nutzen.

Hirse kann in Gebieten mit sehr wenig Niederschlag angebaut werden, weshalb die Fingerhirse in vielen Trockengebieten Afrikas und Südasiens ein Grundnahrungsmittel ist. Zudem kann das anspruchsvolle Getreide auch auf Böden mit geringer Fruchtbarkeit wachsen, ohne dass teure und umweltschädliche chemische Düngemittel benötigt werden.5

Auch diese Vorteile trugen dazu bei, dass die UN- Generalversammlung während Ihrer 75. Zusammenkunft im März 2021 das Jahr 2023 zum Jahr der Hirse erklärte.6

Doch selbst wenn wir all diese klimaresilienten Kulturpflanzenarten einsetzen, reicht dies möglicherweise nicht aus, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern.
Der Klimawandel verändert die Umwelt und die Wettermuster so schnell und drastisch, dass die aktuell bestehende genetische Vielfalt unter Umständen nicht ausreicht.1
Gentechnisch veränderte Nutzpflanzen sind zwar umstritten, doch nehmen neueste gentechnische Verfahren nur noch kleine Veränderungen an der DNA von Organismen vor, anstatt Gene anderer Pflanzenarten komplett zu übertragen. Auf diese Weise könnten einzelne Pflanzengene modifiziert werden, um auf schnelle Art und Weise Sorten zu entwickeln, die widerstandsfähiger gegen Schädlinge, Trockenheit und hohe Temperaturen sind oder auch bessere Erträge und Nährwerte aufweisen.

Mit der Hilfe von Gentechnik könnten wir Nutzpflanzen also dabei unterstützen, sich an die neuen Bedingungen anzupassen, damit die landwirtschaftlichen Flächen produktiv bleiben. Reis zum Beispiel reagiert besonders empfindlich auf hohe Salzgehalte - ein Problem, das durch die Klimakatastrophe noch verschärft wird. Mithilfe einer gentechnischen Methode namens CRISPR-Cas9 gelang es einem Forscherteam, ein mit der Salztoleranz verbundenes Gen zu deaktivieren. 5 Die daraus resultierenden Pflanzen wiesen eine deutlich verbesserte Salztoleranz auf, ohne dass andere Eigenschaften beeinträchtigt werden. Bemerkenswert ist dabei, dass diese gentechnisch veränderte Pflanze in nur einem Jahr entwickelt wurde.5

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