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4 Low-Tech-Küchentricks, um das Beste aus euren Lebensmitteln herauszuholen
Mai 06, 2019 Kelly Oakes Von Kelly Oakes Meine Artikel

4 Low-Tech-Küchentricks, um das Beste aus euren Lebensmitteln herauszuholen

Man braucht nicht unbedingt trendige Geräte, um ein bisschen in der Küche zu zaubern. Hier sind vier Low-Tech-Küchentricks mit Dingen, die du schon in deinem Haushalt hast, um mithilfe von ein bisschen Wissenschaft deine Lebensmittel zu verbessern.

1. Kühl Zwiebeln ab, um Tränen zu vermeiden:

Wenn du eine Zwiebel schneidest, reagieren ihre Schwefelverbindungen mit einem Enzym, was die Freisetzung einer chemischen Verbindung namens Propanthial-S-oxid verursacht – eines tränenreizenden Stoffes. 1 Du könntest dich für den bewährten und erprobten Weg entscheiden, eine Schwimmbrille zu tragen, damit diese Verbindung nicht in deine Augen gelangt, wenn du Zwiebeln zerschneidest – aber es gibt auch einen anderen Weg. 

Bevor du deine Zwiebel schneidest, leg sie in den Kühlschrank. Dies verlangsamt die Freisetzung von Propanthial-S-oxid und hält deine Augen trocken. Der Nationale Zwiebel-Verband in den Vereinigten Staaten empfiehlt, Zwiebeln 30 Minuten in den Kühlschrank zu legen, bevor man sie würfelt, aber ein paar Minuten im Gefrierfach sollten auch schon reichen. 2

Bald sollte es eine neue Lösung geben, die uns ermöglichen könnte, Zwiebeln ohne Tränen zu schneiden: die tränenfreien Zwiebeln. Im Jahr 2002 entdeckten Wissenschaftler das Enzym, das für die Entstehung des aggressiven Propanthial-S-oxid verantwortlich ist. 3 Später, im Jahr 2015 teilten japanische Wissenschaftler mit, dass sie eine Zwiebelsorte mit drastisch reduzierten Mengen dieses Enzyms entwickelt hatten. 4 Doch die Zukunft wird zeigen, ob sie irgendwann auf den Markt kommt.

2. Gib Salz in deinen Kaffee, damit er weniger bitter schmeckt:

Viele Menschen schwören auf eine winzige Prise Salz im Kaffee, der sonst zu bitter zum Trinken wäre.

1997 testeten Forscher diese Idee, indem sie eine Lösung, die eine bitter schmeckende chemische Verbindung enthielt, mit Salz mischten und Freiwillige baten zu beurteilen, wie bitter sie schmeckte. Diese bewerteten die Salz enthaltende Lösung als weniger bitter, obwohl sie eigentlich die gleiche Menge an bitteren Chemikalien wie die Proben ohne Salz enthielt. Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass Salz den bitteren Geschmack selektiv herausfiltert und dadurch andere Aromen  wie Süße verstärkt.5

Achtung: Einige Leute, die diesen Trick probiert haben, behaupten, dass er ihren Kaffee nur salziger schmecken lässt. 6 Versuch also den Trick mit einer geringen Menge an Kaffee, um nicht eine ganze Tasse zu verschwenden – außer wenn du dir sowieso vorgenommen hast, ihn wegzuschütten.

3. Wie man das Braunwerden von Avocados verhindern kann:

Sobald du frische Guacamole gezaubert hast, ist es nur eine Frage der Zeit, bis dein grüner Avocado-Dip beginnt braun zu werden. Dies liegt an einem als “enzymatische Bräunung” bekannten Verfahren. 7

Die als Phenole bekannten Verbindungen in der Avocado (Mikronährstoffe, die häufig in pflanzlichen Nahrungsmitteln vorkommen) reagieren mit Enzymen und Sauerstoff, um den Bräunungsprozess in Gang zu bringen. Dies führt zur Produktion von Melanin, das für die Bildung der unappetitlichen braunen Oberschicht verantwortlich ist. 

Doch es ist nicht alles verloren. Wenn du dafür sorgst, dass der Dip nicht in Kontakt mit Sauerstoff gelangt, kannst du diese Reaktion verhindern. Eine Möglichkeit ist, Frischhaltefolie über die Schüssel zu spannen und sicherzustellen, dass sie in Berührung mit deinen Lebensmitteln kommt, um die Sauerstoffzufuhr zu verhindern. Optional kannst du auch Bienenwachspapier verwenden – alles, was den Sauerstoff fernhält, wird auch funktionieren! Eine umweltfreundlichere Methode besteht darin, eine Wasserschicht aufzubringen, die du vor dem Servieren wegschütten kannst.

4. Wie man Tomaten zum Nachreifen bringt:

Du hast Früchte dabei, die du essen möchtest, aber die einfach noch nicht reif genug sind? Leg eine Banane in deine Obstschüssel und warte ab.

Die meisten Früchte produzieren Ethylengas (auch bekannt als Pflanzenhormone),  wenn sie heranzureifen beginnen, um den Reifungsprozess zu steuern. Verschiedene Obst- und Gemüsearten setzen dieses Gas in unterschiedlichen Mengen frei. McIntosh Äpfel, zum Beispiel, produzieren viel Ethylen. Deswegen werden sie schnell weich und überreif und können daher nicht für einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden. 8

Glücklicherweise kannst du dies zu deinem Vorteil nutzen. Bananen produzieren eine große Menge an Ethylen. So kannst du Früchten, die langsamer reifen, helfen, indem du sie gemeinsam mit Bananen lagerst. Das Ethylen aus den Bananen sollte zur schnelleren Reifung der Tomaten beitragen, als wenn diese sich selbst überlassen wären. 

Wenn du eine Banane reifen lassen musst, kannst du sie einfach in einer Papiertüte aufbewahren, um das Ethylengas in der Nähe der Banane zu nutzen und dadurch den Prozess zu beschleunigen. 9

In der Industrie werden sowohl Ethylen als auch Acetylen als Reifemittel für Früchte verwendet. Genauer gesagt sorgen sie dafür, dass sie den gewünschten Reifegrad aufweisen, wenn sie die Verbraucher:innen erreichen. 10  

Kennst du einige wissenschaftlich begründete Küchentipps oder Küchenchemie-Tricks? Schreib es uns gerne unten in die Kommentare!

Mai 06, 2019 Kelly Oakes Von Kelly Oakes Meine Artikel